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allgemeine Informationen

Die Autoren des Reiseführers haben sich der Mühe unterzogen, den Spuren des Festungssystems im Saarland nachzugehen. In mühsamer Kleinarbeit wurden die Reste entdeckt, fotografiert und anhand von Wegbeschreibungen zugänglich gemacht. Wer das Stückwerk besichtigt, braucht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie der Zustand der Anlage zu Beginn des Zweiten Weltkrieges gewesen ist.
Die Verfasser wollen damit einen Beitrag zur Erhaltung und Zugänglichkeit des Westwalls leisten, um eine historisch-kritische Wahrnehmbarkeit weiterhin zu ermöglichen.

Der "Westwall" (auch "Siegfriedlinie" genannt) war eine 630 km lange Grenzbefestigung im Westen Deutschlands und reichte von Kleve am Niederrhein bis Basel an der Schweizer Grenze. Die Anlagen wurden von 1937 bis 1940 als offizielles Gegenstück zur französischen Maginotlinie errichtet. Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs wurden ein Großteil der Anlagen durch die Alliierten gesprengt. Lediglich im Saarland blieben aufgrund der besonderen politischen Nachkriegsentwicklung noch anschauliche Ensembles intakter Anlagen erhalten. Offiziell zu besichtigen ist davon jedoch nichts, nur private Initiativen machen bislang einzelne Anlagen zugänglich, eine umfassende museale Darstellung jedoch fehlt.
Das Interesse am Westwall beruht auf zwei Komponenten : Zum einen auf der Propaganda, die schon während der Bauzeit einsetzte und zum anderen darauf, dass neben den Tausenden gesprengter Anlagen auch noch etwa 600 intakte Bauwerke im Saarland zu finden sind.
Etwa die Hälfte des heutigen Saarlandes war zur NS-Zeit von Westwallanlagen überzogen. Rund 4.100 Bunker, 340 Minenfelder, 100 km Panzergräben und 60 Kilometer Höckerlinien im saarländischen Abschnitt des Westwalles bildeten hier die militärische Befestigung der Westgrenze des NS-Reiches. Der saarländische Bauabschnitt war der am dichtesten mit Befestigungswerken bestückte des gesamten Westwalles – allein ein Viertel aller Westwallbauten befand sich hier.

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